Warum die Bestandsanalyse wichtiger ist als viele denken | Folge 82

Shownotes

Wer seinen Bestand kennt, trifft bessere Entscheidungen. Wer ihn nicht kennt, arbeitet oft mit Vermutungen statt mit Wissen. In dieser Folge zeigen wir dir, warum die Bestandsanalyse die Grundlage jeder erfolgreichen Bestandsführung ist.

Du erfährst:

  • Warum zwei optisch ähnliche Flächen völlig unterschiedliche Leistungen bringen können
  • Welche Pflanzenarten wertvolle Hinweise auf Ertrag, Qualität und Entwicklung geben
  • Wie du mit einer einfachen Feldbegehung einen realistischen Überblick über deinen Bestand bekommst
  • Weshalb Gräser, Leguminosen, Kräuter und Problemunkräuter getrennt betrachtet werden sollten
  • Wie moderne DNA-Bestandsanalysen zusätzliche Einblicke in die Artenzusammensetzung liefern können

Außerdem erfährst du, warum erfolgreiche Bestandsführung immer mit dem genauen Hinschauen beginnt. Denn nur was du erkennst, kannst du gezielt fördern, verbessern und langfristig entwickeln.


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Transkript anzeigen

00:00:00: Ein Jäger geht durch den Wald und sieht Dinge, die andere niemals bemerken würden.

00:00:04: Pferden, Verbisse, Wechseln und Spuren.

00:00:08: Für ihn erzählt der Wald eine ganz eigene Geschichte.

00:00:11: Für viele andere sind es einfach nur Bäume.

00:00:15: Und weißt du was?

00:00:16: Beim Grünland ist das ganz ähnlich.

00:00:18: Die meisten sehen eine grüne Fläche und ein paar Gräser Vielleicht ein bisschen klee Aber meistens mehr.

00:00:25: nicht wirklich.

00:00:25: Ein guter Greenland Manager sieht etwas völlig anderes.

00:00:29: Er sieht Hinweise, er sieht vor allem auch Zusammenhänge und Entwicklungen.

00:00:34: Er erkennt wo der Bestand richtig stark ist und wo er beginnt sich langsam zu verändern sowohl ins positive als auch ins negative.

00:00:42: Die spannende Frage ist also nicht Wie grün ist die Fläche?

00:00:46: Die viel spannende frage lautet Kannst du lesen was dir die fläche erzählen möchte?

00:00:51: Und genau darüber sprechen wir heute Denn wer seinen bestand nicht kennt Kann ihn in weiter Folge auch nicht lenken.

00:01:10: Hallo, herzlich willkommen zurück bei Grassgeber dem Schwarzenberger Podcast!

00:01:14: Ich bin der Markus Schwarzenburger, dein Grünland Coach.

00:01:16: Schön dass du heute wieder mit dabei bist weil heute sprechen wir aber ein Thema das aus meiner Sicht viel zu wenig Aufmerksamkeit an sich bekommt obwohl es Eigentlich die Grundlage für fast jeden, für jede Entscheidung in Grünland ist.

00:01:31: Es geht um die Bestandsanalysen.

00:01:34: und bevor jetzt jemand abschaltet und sich denkt, Bestandsanalyse klingt nach Schulbank- und Pflanzenbestimmungsbuch... Wach das war ja noch Schule schon nicht meins?

00:01:42: Keine Sorge!

00:01:43: Heute geht es nicht darum, jede Pflanze auf Latein benennen zu können.

00:01:48: Darum geht's mir nicht.

00:01:49: Mir geht heute darum einen anderen Blick auf deine Fläche zu bekommen.

00:01:54: Einen Blick Der dir hilft, bessere Entscheidungen zu treffen.

00:01:58: Und wenn ich auf Betrieben unterwegs bin fällt mir immer wieder etwas auf.

00:02:02: Viele Landwirte kennen ihre Milchleistung Sie kennen ihre Kraftfutterkosten Sie kennen ihren dünne Planung Sie wissen ziemlich genau wann der nächste Schnitt ansteht.

00:02:13: Aber wenn ich dann die Frage stelle wie hoch ist eigentlich der Anteil an wertvollen Gräsern auf deiner Hauptfläche Dann wird es oft sehr ruhig und das ist überhaupt keine Kritik denn Genau so haben viele von uns Grünland auch gelernt.

00:02:27: Wir schauen auf Vertrag, wir schauen auf die Nutzung und auf die Düngung.

00:02:30: Alles absolut wichtige Themen!

00:02:32: Aber oft beschäftigen wir uns erst sehr spät mit der eigentlichen Grundlage – mit dem Bestand selbst.

00:02:39: Denn am Ende wächst nicht der Dünger, nicht die Maschine oder die Theorie.

00:02:45: Am Ende wachsen die Pflanzen.

00:02:46: Und genau diese Pflanzen bestimmen darüber was später dann im Silo bzw.

00:02:51: auf den Futtertisch landen wird.

00:02:53: Viele Flächen sehen von der Straße aus sehr gut aus.

00:02:56: Sie sind grün, dicht und olendlich Und genau dort beginnt oft die erste Falle Denn zwei grüne Flächen können komplett unterschiedlich sein.

00:03:06: Auf der anderen Fläche dominiert das deutsche Weidelgras Wiesenrispie und Weißkleh und auf der anderen überwiegend die Gemeinderispie Amtfahr- und andere wenige leistungsfähige Orten.

00:03:16: Von außen sehen beide Flächen recht gut aus.

00:03:19: Im Bestand liegen aber Welten dazwischen beginnt jede Bestandsanalyse mit etwas ganz einfachen.

00:03:27: Mit rausgehen, nicht schätzen, nicht raten, nicht vom Fahrersitz beurteilen – das ist noch ganz wichtig!

00:03:33: Sondern hinschauen und zwar nicht an einer Stelle.

00:03:37: such dir mindestens sieben Punkte auf deiner Fläche.

00:03:39: Und warum sie ihm?

00:03:41: Weil der Feld sehr verschieden ist.

00:03:44: Am besten einfach in einem Wehmuster über die Fläche gehen.

00:03:48: Warum?

00:03:49: Weil, wie ich schon gesagt habe jede Fläche ihre guten Ecken hat und ihre Schwachen.

00:03:55: Und wir wollen den Bestand beurteilen nicht die schönste Stelle und auch nicht die schlechteste Stelle.

00:04:02: Wir wollen einfach einen Durchschnitt haben und genau deswegen ist es wichtig so viele verschiedene Punkte herauszufinden.

00:04:08: Und jetzt geh einfach in die Hocke!

00:04:10: So simpel und so einfach ist das weil jede gute Bohnenanalyse beginnt am Boden.

00:04:16: Also gehe in die Hocke nimm da Schau dir einfach mal einen Quadratmeter an und frag die, wer lebt hier eigentlich?

00:04:23: Wie viel davon sein wirklich Gräser?

00:04:26: Wieviel sind Leguminosen?

00:04:28: Wie viele sind Kräuter?

00:04:29: Wieviele sind auch Unkräuter.

00:04:32: Und wie viele Pflanzen zeigen wir vielleicht schon dass der Bestand aus dem Gleichgewicht kamen ist Im Elchenschritt bin in meiner Meinung recht es völlig aus einmal in diese vier Gruppen das ganze zu unterteilen.

00:04:43: Mehr brauchst du vielleicht noch gar nicht Gräser, Leguminosen, Kräuter und Problemung-Kräuter.

00:04:48: Vielleicht denkst du jetzt... Markus warum soll ich das überhaupt machen?

00:04:53: Das ist ganz einfach!

00:04:54: Weil danach jede Entscheidung besser wird.

00:04:56: Die Nachsatz wird gezielter die Düngung wird treffsicherer die Nutzung wird auf einmal planbarer Und plötzlich reagierst du nicht mehr auf Probleme sondern du kannst beginnen deinen Bestand aktiv zu entwickeln.

00:05:10: Genau dort liegt nämlich der Unterschied zwischen Bewirtschaftung und Bestandsführung.

00:05:14: Und jetzt wird es wirklich spannend, denn viele hören an dieser Stelle dann komplett auf.

00:05:19: Sie wissen ok, acht Prozent Gräser, zehn Prozent Klehe und zehn Prozent Kräuter.

00:05:22: Das ist schon gut!

00:05:23: Aber eigentlich wissen sie damit noch relativ wenig.

00:05:27: Denn jetzt kommt die entscheidende Frage Welche Gräser haschen du eigentlich?

00:05:31: Denn Gras ist nicht gleich Gras.

00:05:33: Das würde ich sagen im Stall stehen... Kühe Ja aber welche Kühe?

00:05:38: Ist ein Holstein?

00:05:39: Ist eine Fleckvieh?

00:05:40: Ist einer Braunviehh?

00:05:41: Genau das macht schlussendlich den Unterschied Und beim Grünland ist es nicht anders.

00:05:46: Wie viel Weilegras steht da?

00:05:48: Wie viele Wiesenrispe hast du?

00:05:49: Wieviel Wiesenspingel, wieviele Wiesenlischgras, wieviel Knaulkras und wieviele Gemeinere Rispen?

00:05:55: Bei den Leguminosen schauen wir uns auch an!

00:05:57: Wieviele Rot-, Weiß- oder Honkle hast Du.

00:06:00: Bei den Kräutern... ...wieviel Spitzwegerich, wie viel Schafgabe, wie viele Lömmenzahn aber auch wievielle Ampfer, Hannenfuß alles das kannst Du ganz leicht wenn du dir so einen Quadratmeter anschaust dann in weiter Folge sehr leicht und gut beurteilen.

00:06:14: und plötzlich wird aus einer grünen Fläche ein Formel eine recht schöne und runde Geschichte.

00:06:20: Eine Geschichte darüber, was in den letzten Jahren so auf dieser Fläche passiert ist Und manchmal auch darüber, Was in dem nächsten Jahr passieren wird!

00:06:29: Und genau hier passiert dann etwas ganz Spannendes Du laufst plötzlich nicht mehr übers Grünland du beginnst Grün Land zu lesen.

00:06:36: Das Weihlgross erzählt dir etwas über Leistung Die Wiesenrische erzählte etwas über die Namendichte der Weißkleid über die Stickstoffversorgung, die gemeine Rispe über die eigentlichen Schwachstellen und der Bestand beginnt mit dir dann eigentlich zu sprechen.

00:06:49: Und genau dort wird Grünland Management dann wirklich interessant!

00:06:53: So jetzt können wir aber auch schon zum eigentlichen Ziel denn eine Artenliste allein verändert noch keinen Bestand.

00:07:00: deshalb arbeiten ja sehr viele Experten auch mit den gewissen Wertezahlen und diese helfen uns dabei Arten zu bewerten.

00:07:09: Du hast sicher schon einmal gehört Futterwertzahl Acht bei einem Wissenlischgras zum Beispiel.

00:07:15: Und nicht jede Pflanze trägt aber gleich viel zu Ertrag, zur Qualität und oder auch zur Ausdauer bei.

00:07:20: Genau deshalb reicht es nicht zu wissen was wächst?

00:07:24: Wir müssen mehr verstehen!

00:07:25: Wir müssen auch wissen was bedeutete das Denn erst dann wird aus Beobachtung eine Entscheidung.

00:07:31: Welche Outen möchte ich überhaupt mal fördern?

00:07:34: Welche outen möchte die vielleicht zurück drängen?

00:07:38: Wo liegt die Stärke in meinem Bestand und wo aber auch im Gegenzug seine Schwächen auf meinem Feld.

00:07:43: Erst dort beginnt dann eigentlich eine richtige Bestandslenkung, genau an diesem Punkt wird moderne Technik dann wieder spannend Denn manche Orten lassen sich gut erkennen andere sehen sich erstaunlich ähnlich und werden in der Praxis sehr oft verwechselt Und manche treten bewusst nur in kleinen Anteilen auf.

00:08:02: Deshalb bieten wir mittlerweile auch eine DNA-Bestandsanalyse an.

00:08:06: Dabei wird direkt auf der Fläche.

00:08:08: An verschiedenen Stellen, also im Prinzip an zehn verschiedenen Stellen eine Probe genommen und dann in weiterer Folge im Labor untersucht.

00:08:15: Wichtig?

00:08:15: Die Feldbegehung bleibt dabei immer der erste Schritt!

00:08:18: Um den kimmst du nicht herum.

00:08:20: Du lernst deinen Bestand kennen.

00:08:22: Du trainierst auch deinem Blick.

00:08:23: Du verstehst dann in weiteren Folgen irgendwann mal deine Flächen immer besser.

00:08:26: Und dann kommt der zweite Blick – die DNA-Analyse.

00:08:30: Ich sage deshalb gerne «Die Feldbegehung zeigt dir das Bild».

00:08:33: Die DNA-Analyse zeig dir die Details.

00:08:36: Und wenn jetzt aus dieser Folge, es war heute eine sehr intensive Folge, was sehr theoretisch war, wenn du aus der Folge einen Punkt mitnimmst dann ist das für mich bitte.

00:08:48: deine Fläche besteht nicht einfach aus Gras sie besteht aus Arten und diese Arten entscheiden über Ertragqualität Ausdauer und über die Entwicklung deines Bestandes.

00:08:58: Du triffst sehr viele Maßnahmen im Grünland und sehr viel scheitern nicht an der Umsetzung.

00:09:03: Sie scheitern an der Diagnose im Vorhinein.

00:09:05: Du kannst nur das fördern, was du auch kennst.

00:09:08: Du kannst nur verändern, was tu erkennst.

00:09:11: und wer seinen Bestand nicht kennt arbeitet oft mit Hoffnung statt mit Wissen.

00:09:16: Und wer seinem Bestand kennt, kann ihn dann in weiterer Folge auch lenken!

00:09:21: Und mein Wunsch an die sucht ihr jetzt in den nächsten Tagen mal eine Fläche aus Nur eine.

00:09:27: Nimm dir zwanzig Minuten Zeit Gehe an mindestens sieben Stellen wie wir es schon gesagt haben über deine Fläche, geh in die Hocke und schreibe auf jeweils einen Blatt Papier.

00:09:38: Wie viel Prozent du von diesen vier Gruppen auf dieser Fläche hast?

00:09:42: Wenn Du schon so weit bist, dass Du schon einen Schritt tiefer gehen kannst Super!

00:09:46: Dann gehe schon richtig in die Alten rein.

00:09:48: Aber fürs Tab-Eins wäre für mich immer schon wichtig nur mal diese vier Gruppe.

00:09:51: Schreib einfach auf was Du findest aber bitte wirklich aufschreiben nicht einfach nur im Kopf sondern schreib es auf ein Blatt papier ohne ins Handy.

00:09:59: Ich verspreche Dir, Du willst etwas entdecken Vielleicht mehr Potenzial, vielleicht erste Warnsignale.

00:10:05: Vielleicht aber auch eine Überraschung!

00:10:07: Denn genau dort beginnt die eigentliche erfolgreiche Bestandsführung und wenn du noch genauer wissen möchtest welche Auten tatsächlich auf deiner Fläche vorkommen dann unterstützen wir sie sehr gerne.

00:10:20: von der klassischen Bestandsaufnahme bis hin zur modernen DNA-Bestandsanalyse was übrigens nur zweimal im Jahr vom Labor aus angeboten wird sind immer dabei und unterstützt nicht dabei.

00:10:30: Wie gesagt, das ist jetzt der erste Schritt.

00:10:32: Geh raus auf dein Feld und schau mal was du da wirklich wachst!

00:10:35: Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Bestandsanalyse auf deinen Feldern und denk dann ab heute laufst du nie mehr einfach über ein Grünland.

00:10:43: Ab heute ist dein Blick ganz nah am Boden und du beginnst des Grünlands zu lesen damit du es in weiter Folge auch lenken kannst.

00:10:51: Wünsch dir viel Spaß, vielen Dank fürs dabei sein und bis zur nächsten Folge beim Grassgeber.

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