Warum gute Grünlandbestände nicht mit Saatgut beginnen | Folge 79
Shownotes
Grünland entwickelt sich nicht durch die beste Mischung, sondern durch die richtigen Voraussetzungen. In dieser Folge geht es um die Frage, warum viele Nachsaaten hinter den Erwartungen bleiben und welche Grundlagen zuerst geschaffen werden müssen, damit sich leistungsfähige Bestände nachhaltig etablieren können. Im Mittelpunkt stehen die Faktoren, die oft übersehen werden: die Bodenanalyse, die Versorgung mit Kalk und Nährstoffen sowie die richtige Schnitthöhe. Denn selbst hochwertiges Saatgut kann sein Potenzial nur dann entfalten, wenn der Boden die passenden Bedingungen bietet.
In dieser Folge erfährst du:
- Warum erfolgreiche Grünlandbestände bereits vor der Nachsaat beginnen
- Weshalb eine Bodenanalyse die Grundlage guter Entscheidungen ist
- Welche Rolle pH-Wert, Kalk und Nährstoffversorgung spielen
- Warum die Schnitthöhe entscheidend für Regeneration und Bestandsentwicklung ist
- Weshalb Nachsaaten ohne passendes Fundament oft enttäuschende Ergebnisse liefern
Wer langfristig dichtere Bestände, stabile Erträge und ein widerstandsfähiges Grünland aufbauen möchte, sollte zuerst die Voraussetzungen auf der Fläche kennen – und genau dort ansetzen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Du kennst es vielleicht, du sehst nach und investierst Geld.
00:00:03: Du wartest auf Regen und freust dich schon auf die nächste Nutzung.
00:00:07: Und ein Jahr später stehst du wieder auf genau derselben Fläche und denkst dir eigentlich hätte ich immer noch mehr erwartet!
00:00:14: Die Rispe ist immer noch da, die Lücken werden gefühlt nicht weniger... ...und die Arten, die du eigentlich fördern wolltest setzen sich nicht so durch wie du dir das erhofft hast.
00:00:26: Und genau über dieses Thema möchte ich heute mit dir sprechen.
00:00:30: Weil wir diese Rückmeldung immer wieder bekommen, Markus die Nachsort hat nicht funktioniert.
00:00:35: Markus, Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden!
00:00:37: Markus sind mir wieder ungeilter gekommen.
00:00:40: Genau jedes Mal denke ich mir... Die spannende Frage ist eigentlich gar nicht welche Mischung verwendet wurde?
00:00:46: Die viel spannendere Frage ist, welche Voraussetzungen hat die Fläche überhaupt bzw auch die Einsatz deiner Saatmischung?
00:00:57: mit Markus Schwarzenberger, deinem Rasen und Grünland-Coach.
00:01:04: Hallo und herzlich willkommen bei Grassgeber dem Schwarzenburger Podcast!
00:01:08: Ich bin Markus Schwarcenberger, Dein Grün Land Coach und ich freue mich wirklich sehr dass du heute wieder dabei bist bei dieser Folge.
00:01:14: Vor einigen Wochen war ich gemeinsam mit GrünLand-Profi Hans Koch auf einem Feldtag in Franking im Bayern Und diese Reise hat mir wieder einmal in etwas bestätigt was wir seit vielen Jahren beobachten, nämlich dass erfolgreiche Nachsauten meistens nicht beim Saatgut beginnen sondern schon viel früher und genau darüber sprechen wir heute.
00:01:36: Was mir auf diesen Betrieb besonders beeindruckt hat das war absolut nichts seine beste Fläche.
00:01:43: es war auch nicht irgendein Rekordattrag den Wasser erzählt hat Sondern schlicht und einfach die Denkweise von diesem Betriebsleiter.
00:01:51: Wir sprechen hier von mehreren hunderten Hektar Grünland.
00:01:55: gab es dort Flächen mit der gemeinen Rispe.
00:01:58: Natürlich gab's da auch Flächen, die keiner von uns haben will und natürlich gibts doch ganz normale Problemflächen so wie wir sie alle kennen.
00:02:09: So wie auf fast jeden Betrieb und genau das war für mich so sympathisch.
00:02:14: Das hat das Ganze einfach authentisch gemacht weil es zeigt auch sehr gute Betriebe haben nach wie vor ihre Herausforderungen und das ist vielleicht gerade wieder ein Punkt der was uns allen wieder bewusst werden muss, nobody is perfect.
00:02:27: Der Unterschied ist aber im Prinzip nur wie diese Betriebe mit diesen Herausforderungen schlussendlich auch umgehen.
00:02:33: und der Betriebsleiter hat etwas gesagt beziehungsweise etwas gelebt was mir wirklich imponiert hat.
00:02:39: er hat nicht gefragt welche Mischung soll ich kaufen sondern seine Fragestellung war welche Voraussetzungen muss ich schaffen damit die Mischungen später funktionieren kann?
00:02:49: Und genau das ist aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied über Erfolg und Misserfolg.
00:02:56: Heute möchte ich mal etwas ganz direkt ansprechen.
00:03:00: Manchmal bin ich tatsächlich überrascht, wie wenig ganz viele Betriebe über ihr eigenes Grünland wirklich wissen.
00:03:07: Und bitte verstehe mich da jetzt nicht als Vorwurf!
00:03:10: Das ist einfach eine Beobachtung über die letzten Jahre beziehungsweise schon Jahrzehnten.
00:03:15: Wir rennen seit mehr als zwanzig Jahren über Nährstoffversorgung.
00:03:23: Und trotzdem treffe ich immer wieder Betriebe, die ihre Maisoten bis ins letzte Detail kennen beim Grünland aber vieles einfach nur vermuten müssen weil sie eigentlich keinen Plan haben vor allem welche Pflanzen auf ihren Grünlands steht was mich dann immer wieder ein bisschen so fasziniert Aber allerdings im negativen Sinne.
00:03:43: viele betriebe leben genau von diesem Grün Land und sind dann so wie mir so schön sagen So richtige Nackenpuzzle.
00:03:51: Auch auf dem Feldtag habe ich diese Gespräche wiedergeführt.
00:03:55: Da hat einer gesagt, ja eine Bodenprobe, die habe ich schon gemacht.
00:03:59: Dann fragst du nach und dann kommt angeschaut habe ich was nicht?
00:04:04: Ich verstehe es ja gar nicht!
00:04:05: Der nächste sagt Ja des Behameter das hab ich schon bestellt Und dann kommt das Signal genauso wie es kommen ist zu Hause.
00:04:12: Und da merkt man schon ganz plötzlich Es fehlt oft nicht am Wollen, es fehlt wahrscheinlich einfach an der Klarheit und es fällt am richtigen ersten Schritt wo man ihnen einfach, wo man sie mit bei der Hand nehmen muss.
00:04:24: Vielleicht auch dich und sagen hey Schock das ist jetzt der nächste Schritt für dich Und genau deshalb ist die erste Voraussetzung für ein gutes Grünland aus meiner Sicht ganz klar Du musst wissen welchen Bohn du hast.
00:04:38: Also kenne deinen Bohnen Nicht ungefähr und nicht geschätzt und vor allem auch nicht vermutet.
00:04:43: Sondern wirklich Wie schaut dein Beharr-Wert aus?
00:04:47: Wie ist deine Kalziumversorgung?
00:04:49: Wie schaut es mit dem Phosphor aus?
00:04:50: Wie sieht es mit einem Schwefel aus.
00:04:52: Aber vielleicht auch immer ganz klar und das einer muss es machen, vielleicht auch mal ein Bodenprofil stechen damit man auch mal wisst wie ist mein Bohn wirklich aufgebaut bis in einen Meter Tiefe.
00:05:03: Einer muss es machte und wenn er sauber dokumentiert ist dann hilft natürlich auch Generationen.
00:05:09: Wichtig ist nämlich auch zu wissen jede Pflanze lebt von diesen Grundlangen die wir eben gerade genannt haben Und mit jedem Schnitt fahren wir Nährstoffe der Fläche weg.
00:05:18: Mit dem Aufwuchs entziehen wir den Boden etwas, was er im Vorhinein gespeichert hat.
00:05:23: Und irgendwann ist der Dank der Akku wie auch immer, dass du das nennen willst, irgendwann ist er leer.
00:05:30: und die Frage ist aber nur, merke man es früh genug oder erstand wenn eben wieder die Gemeinerispe, die Lücken- und Minderarträge sichtbar werden?
00:05:38: Ein Thema, dessen dabei immer wieder Auftrag ist die Kalkung!
00:05:42: Und so ehrlich müssen wir sein, ich glaube gerade wenn du die mit Grünland ein bisschen auseinandersetzt hast du in den letzten zwei bis fünf Jahren vermehrt das Thema Kalk im Grün Land wieder gehört.
00:05:52: Was ich persönlich sehr oft höre ist heuer der Dieselpreis ist gestiegen, die Düngerpreise sind gestiegen.
00:05:59: also heuer lasse ich das mit dem Kalken einfach einmal aus.
00:06:02: oder nächstes Jahr kalk mal wieder.
00:06:04: heuer passt es uns nicht.
00:06:05: Das gesamte Problem dabei ist aber nur der Kalkspeicher macht keine Pause.
00:06:10: Der läuft wie ein Rad immer weiter.
00:06:13: Und wenn wir einen Defizit aufbauen, dann verschwindet es nicht automatisch, wenn wir wieder einmal kalken.
00:06:19: und genau deshalb hat Hans Koch dem Feldtag einen Satz gesagt den ich mir sofort notiert habe und der was wirklich gut und hundert Prozent zu unterstreichen ist.
00:06:31: Er hat gesagt Wenn die Grundversorgung im Boden nicht passt Dann sind Nachsatzmaßnahmen nicht kostenlos aber umsonst.
00:06:38: Und diesen Satz muss man sich glaube ich wirklich nochmal ganz klar durchgehen.
00:06:42: Klingt ein bisschen paradox, wenn ich als Saatgut-Lieferant jetzt natürlich so einen Satz sage dass die Nachsatzmischung nicht kostenlos war aber umsonst dann ist irgendwo etwas wo ich gegen mich selber sprich als Saadguthändler.
00:06:53: auf der anderen Seite geht es uns als Schwarzwäger auch ganz gezielt darum das wir wollen dass du auf deinen Flächen die maximalen Erträge rausholen kannst bei maximaler Bodengesundheit und ich weiß ja es klingt haut.
00:07:08: Aber wenn man ehrlich ist, dann trifft es genau den Kern.
00:07:11: Warum investieren wir mehrere hundert Euro in Saatgut?
00:07:15: Wenn wir schlussendlich die Voraussetzungen für die Pflanzen gar nicht erst geschafft haben?
00:07:20: Die zweite Vorausetzung ist dann und das sehen wir sehr oft die Schnitthöhe.
00:07:25: Auch das wird so oft unterschätzt.
00:07:27: Wir möchten rund zehn Zentimeter stehen lassen.
00:07:30: Die Frage nach dem warum ist ganz einfach erklärt Weil wir der Pflanze Reserven lassen wollen weil wir mindestens zwei Blätter auf der Fläche behalten wollen.
00:07:39: Warum?
00:07:40: Weil wir den Boden beschatten wollen!
00:07:42: Dann mäschst du, du mäscht dann wenn es warm und trocken ist.
00:07:46: Logische Konsequenz steht die Sonne um gerade im Sommer kann das sehr heiß zu Verbrennungen werden.
00:07:52: Genau deswegen ist es wichtig dass wir eben wieder diese zwei Blättern dehnen lassen haben damit recht schnell ein Wachstum kommt und die Fläche wieder beschattet.
00:08:01: Umso schneller geht auch wieder.
00:08:02: der Wiederaustrieb Möcht man ja fördern, gerade in den Sommermonaten macht es einen enormen Unterschied wie schnell die Pflanze wieder nachwachsen kann.
00:08:11: Wie schnell beschattet wird und die Pflanzen nicht Energie erst wieder aufbauen muss sondern sie sofort wieder den Schub in die Blätter geben kann.
00:08:20: Und als wenn wir die Schnitthöhe auch fix unter Kontrolle haben.
00:08:23: also dann kommen wir zur dritten Voraussetzung und das sind dann im Prinzip zu den alten zur Mischung zum Nachsatz Also genau zu dem Thema über das die meisten zuerst sprechen wollen.
00:08:35: Dabei ist es eigentlich der letzte Schritt, denn die beste Mischung der Welt kann ihre Leistung nur dann zeigen wenn auch der Boden darunter bereit für diese perfekte Mischungen ist.
00:08:46: Sonst ist ein bisschen so als würdest du einen Formel-I Auto Slickreifen montieren und es dann auf den Acker schicken.
00:08:54: Das Auto ist nicht das Problem!
00:08:56: Nur die Bedingungen passen einfach nicht zusammen.
00:08:59: Wenn Du Dir aus dieser Folge jetzt nur einen einzigen Gedanken mitnimmst Dann bitte diesen.
00:09:04: Gute Grünland-Bestände entstehen nicht durch die bessere Nachsatzung, sie entstehen durch die besseren Voraussetzungen.
00:09:11: oder anders gesagt – Die Nachsat ist nicht das Fundament, der Boden ist das Fundamental.
00:09:17: Deshalb meine Einladung an dich!
00:09:19: Nimm dir diese Woche mal eine Problemfläche vor, die du auf deinem Betrieb hast.
00:09:23: Miss einmal den Beharrwert mit dem helligen Parameter.
00:09:26: Wenn du noch kein Parameter hast, bestelle dir eins, das willst du jedes Jahr mehrmals brauchen.
00:09:31: Und wenn du die Werte kennst, dann geht den nächsten Schritt Richtung Bohnanalyse.
00:09:37: Denn jede gute Entscheidung beginnt mit Klarheit und genau dort beginnt auch erfolgreiches Grünland-Management!
00:09:44: In diesem Sinne vielen Dank dass Du heute mit dabei warst bei einem aus meiner Sicht sehr spannenden und vor allem sehr sensiblen Thema.
00:09:52: Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deine Flächen und freue mich wenn wir uns bei der nächsten Folge von Graßgeber wieder hören.
00:09:59: Bis dahin wünsche dir Viel Erfolg in der Grünland-Bewirtschaftung.
00:10:03: Bis zum nächsten Mal!
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